Archiv für die Kategorie ‘Global’

and the winner is…

November 10, 2006

Den diesjährigen Gewinner des iranischen Cartoonwettbewerbs kann man hier sehen:

www.irancartoon.com

neoliberal

November 9, 2006

Hier mal eine Liste von Blogs die man mehr oder weniger in diese Kategorie einordnen könnte. Für den ein oder anderen Leser zum Abbau der Vorurteile empfohlen.

money makes the world go round

Oktober 13, 2006

Wer nach meinem letzten Beitrag gedacht hat, ich würde nun ein glühender Anhänger von Attac und ein Globalisierungsgegner werden, den kann ich beruhigen. Beim letzen Stop an der Tankstelle hatte ich die aktuelle Ausgabe der Wirtschaftswoche (Nr. 41/06) im Vorbeigehen gekauft, weil ich den Titel „Die 50 mächtigsten Frauen der Wirtschaft“ als Motivation für meine Frau, die in diesem Semester mit ihrem BWL-Studium angefangen hat, gut fand. Beim Durchlesen dieser Zeitung, die ich zum ersten Mal in der Hand hatte, sind mir viele gute Artikel unter die Augen gekommen. Einer davon mit dem Titel Reiche Arme hat mir eine neue Perspektive gezeigt. Dieser Artikel ist ein Teilauszug aus dem Buch (siehe oben das Bild der englischen Ausgabe):

Darin geht es um Klischees die im Blick auf die dritte Welt zu hinterfragen sind. Zwar haben viele Menschen ein geringes Einkommen, aber die hohe Anzahl ergibt in Summe eine große Kaufkraft. Trotzdem ist ihnen der Zugang zum Markt und zu günstigen Preisen oft erschwert. Paradoxerweise haben Untersuchungen gezeigt das Arme sogar noch eine „Armensteuer“ zahlen, das heist das sie für Konsumgüter mehr zahlen als die Reichen. Ebenso zahlen sie für Kredite Unsummen, da sind 1000% Zinsen bei Geldverleihern keine Seltenheit. Das bedeutet das eine Bank die Geld mit 25% Zinsen anbietet (nach europäischen Vorstellungen Wucher), schon als Wohltäter gelten würde.

Heute hat der Ökonom Muhammad Yunus aus Bangladesch den Friedensnobelpreis bekommen. Was hat er dafür gemacht? In den 70ger Jahren hatte er eine Bank gegründet die Mikrokredite vergibt. Damit hat er vielen Menschen Hilfe zur Selbsthilfe gegeben und das noch im Rahmen einer Bank, die Gewinne erwirtschaften muß. Geld verschenken kann jeder, aber eine Lösung zu finden die wirtschaftlich real ist und die Leute dazu bringt aus eigener Kraft eine Existenz aufzubauen ist eine Kunst. Nicht umsonst hat dieser Mann den Nobelpreis bekommen. In einem Radiobeitrag im Deutschlandfunk wurde zu diesem Thema noch erwähnt, das die meisten dieser Kredite an Frauen vergeben werden, weil die Rückzahlquote und das Engagement höher als bei Männern sind. Das ist auch leicht vorstellbar, bei den archaischen Familienmodellen die in vielen Schwellenländern noch vorherrschen.

Einige Zitate aus dem Buch:

  • Kaufkraft
    So besteht die Annahme, dass die Armen kein Geld zum Konsumieren haben und die Kundengruppe daher keinen erschließenswerten Markt darstellt. Sicher ist die Kaufkraft eines Menschen, der nur zwei US-Dollar am Tag zur Verfügung hat, nicht vergleichbar mit der eines Einwohners der industriestaaten. Dennoch aufgrund ihrer schieren Anzahl stellen die Armen ein Kaufkraftpotential dar, das sich zu erschließen lohnt.
  • Neue Technologien
    Im Gegensatz zur herrschenden Meinung sind BOP*-Konsumenten Spitzentechnologien gegenüber sehr aufgeschlossen. So mancher Manager und Marktforscher hat sich von der Verbreitung des Mobilfunks, von Gemeinschafts-PC-Kiosken und Personal-Digital Assistants am Fuße der Wohlstandspyramide überraschen lassen. Nicht so ITC, ein indischer Mischkonzern, der sich entschlossen hatte, Bauern in Indiens ländlichen Gebieten mit PCs zu vernetzen. Zu diesem Zweck erfand ITC den „e-Choupal“(wörtlich übersetzt den „Dorfplatz“), der es den Anbietern von Sojabohnen ermöglichte, aktuelle Rohstoffpreise in ihren lokalen Auktionshäußern(sogenannten Mandis), aber auch an der Terminbörse in Chicago abzufragen. Das versetzte die Bauern in die Lage, ihre Margen beim Verkauf zu verbessern, in dem sie ihre Verkaufsmengen und den Verkaufszeitpunkt je nach aktuellem Marktpreis regulierten.
  • Kreditwürdigkeit
    Multinationale Unternehmungen rechnen normalerweise damit, dass die Ausfallrate armer Kunden deutlich höher ist als die der Wohlhabenden. Oft ist das Gegenteil der Fall: Die Armen zahlen pünktlich und die Ausfallquoten sind niedrig. Bei Grameen, dem Bank-Pionier in Sachen Mikrokredite aus Bangladesh, liegt die Ausfallquote bei 1,5Prozent bei einem Kundenstamm von 2,5 Millionen.

*BOP – Bottom of the Peramid: die weltweite Verteilung des Reichtums und die Möglichkeit des Einkommen zu generieren, lassen sich grafisch am anschaulichsten in Form einer Pyramide darstellen. Mehr als 4 Milliarden stellen den Sockel dar, den BOP – Menschen die mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen müssen.